Julia Katharina: „Mich hat das USA-Fieber gepackt“

(c) Juliana Ucar.
(c) Juliana Ucar.

Wie bist du zum Tanz gekommen?

Ich habe mit 5 Jahren zu Tanzen begonnen und die Leidenschaft hat mich nie verlassen. Nach der Schule bin ich nach Wien gezogen, um zu studieren. Eigentlich wollte ich nur nebenbei tanzen, aber es kam dann ganz anders. Ich habe durch die vielen Jobs, die ich in meinem Business gemacht habe keine Zeit mehr fürs Studium gefunden. Aus heutiger Sicht bin ich sogar froh darüber 😉 Ein Studium steht definitiv auf meiner Liste, aber erst wenn ich mich wirklich darum kümmern kann.

 
Wie kamst du dann zur Luftakrobatik?

Mich hat Zirkus immer schon fasziniert. Luftakrobatik besonders. Mit Anfang 20 habe ich dann bei Esther Schneider einen Workshop besucht. Da habe ich gemerkt, dass ich Talent habe. Nach den vielen blauen Flecken und den Schmerzen nach den ersten 4 Trainingstagen im Workshop war mir aber auch klar: Das verlangt unfassbar viel Training. Der Challenge hab ich mich aber gerne gestellt. In den vergangenen zwei Jahren habe ich mich von der „nur Tänzerin“ zur Luftakrobatin hochtrainiert. Außerdem habe ich vor einem halben Jahr mit Contortion begonnen, eine Disziplin die mich besonders fordert und die ich auch professionell machen will. 

Wie viel Zeit fließt täglich in dein Training und welche Art von Training machst du?

Ich muss mich neben dem Performen auf alle Fälle zusätzlich fit halten, die körperliche Belastung ist sehr hoch. Dementsprechend brauche ich Ausdauer + Krafttraining, um Verletzungen so gut wie möglich auszuschließen. 

Ich trainiere an 5-6 Tagen pro Woche, zwischen 2-5 Stunden. Eine Mischung aus Akrobatiktraining, Tanzstunden, Krafttraining, Pilates, Ausdauer und Stretching. Sehr intensives Training mit einer hohen Stundenanzahl halte ich 3-4 Wochen durch und dann brauche ich 4-5 Tage Pause und ein paar Tage leichteres Training. 


Was waren bisher deine größten Erfolge und Auftritte?

Ein großer Erfolg war es die Audition für Cirque du Soleil vor 2 Jahren in Berlin zu schaffen. Ich bin in deren Database und werde in der hoffentlich näheren Zukunft mit meiner Traum Company arbeiten.  Meine größten Erfolge stehen mir quasi erst bevor ich werde im nächsten Jahr am größten Studio in Las Vegas (Millennium Dance Complex) unterrichten und mit der Choreografin Alex Little touren und bei den größten Dance Conventions in Amerika unterrichten, und bin mit einer der weltweit größten Agenturen (go2talent) unter Vertrag.

Weitere Erfolge:

Foto: Bernhard Wolf
Foto: Bernhard Wolf

go2talent ist ja eine Agentur in Los Angeles. Das heißt du wirst dann zwischen den Entertainment-Metropolen Las Vegas und LA pendeln? Was reizt dich so an den USA?

Genau – und darauf freue ich mich. Die USA geben mir das Gefühl, dass alles möglich ist was ich mir als Kind erträumt und auf YouTube gesehen habe. Natürlich nur, wenn man hart dafür arbeitet. Die Möglichkeiten die sich für mich im letzten Jahr aufgetan haben sind riesig und ich kann es gar nicht erwarten loszulegen. 

Kann man es in Österreich selbst auch schaffen, oder ist der Künstler- und Tanzmarkt zu klein?

Es gibt viele erfolgreiche Tänzer, die auch in Österreich bleiben. Mich hat einfach das USA-Fieber gepackt, ich will mit den Künstlern aus LA und für die Shows in Las Vegas arbeiten und für Tanz und Zirkus gibt es dort die perfekte Plattform. 

Ross Kyker Photography

Was rätst du jenen, die auch eine Tänzer- und/oder Künstlerkarriere anstreben? Kann das jeder schaffen, oder ist es schon vorwiegend Talentsache? 

10 Prozent sind Talent. 90 Prozent sind harte Arbeit + Durchhaltevermögen. Es gibt so unglaublich viele Talente und so großartige Tänzer. Ich habe gelernt, meinen eigenen Stil zu finden und mich nicht zu verstellen. Und auch in schwierigen Situationen (keine Jobs, wenig Geld, Verletzungen etc) nicht aufzugeben. Man muss den Job zu 100 Prozent wollen und bereit sein Dinge dafür aufzugeben. Ich habe mich entschieden für meinen Traum ans andere Ende der Welt zu ziehen und lasse Familie und Freunde in Österreich zurück. Es ist außerdem wichtig sich ein gutes Netzwerk aufzubauen und Mentoren auf seinem Weg zu finden, die einem in die richtige Richtung weisen und an einen glauben. „I know you can do it“ wirkt oft Wunder und motiviert für mehrere Jahre. 

Foto: Michael Taborsky
Foto: Michael Taborsky

In einem Interview hast du davon gesprochen, dass du gerne mehr Werbeshootings und Videos machen würdest – was wäre deine Traumwerbung oder dein Traumclip, in dem du gerne performt hättest? Gibt es konkrete Ziele?

Misty Copeland for Under Armour, so etwas würde ich gerne machen 😉 

Wer sind deine persönlichen Helden?

Meine persönlichen Helden sind auf alle Fälle meine Eltern. Mama und Papa sind großartig und unterstützen mich ohne mit der Wimper zu zucken. Ihnen bin ich wirklich dankbar.