PAUL LANZERSTORFER: „Man ist die Summe der Menschen, die man in seinem Leben trifft.“

Der Gründer und Geschäftsführer der Linzer Agentur Pulpmedia, Paul Lanzerstorfer, im Gespräch: warum die gleichgeschlechtliche Ehe dringend eingeführt werden muss und weshalb wir die Summe aller Menschen sind, die wir im Leben treffen.

Was war dein größter Traum, als du noch ein Kind warst?

Alles machen zu können, was ich will.

Was war dein erster Job in deinem Leben?

Das war ein Ferialjob am Bauhof der Gemeinde, in der ich aufgewachsen bin. Da hab‘ ich alles Mögliche gemacht, von Grünanlagenpflege bis Vorarbeit beim Straßenasphaltieren. Als handwerklich mäßig begabter Mensch war das weder für mich noch für meine Kollegen damals sehr schön.

Was würdest du niemals im Leben tun?

Irgendetwas, bei dem andere wissentlich zu Schaden kommen.

Was möchtest du in deinem Leben unbedingt noch alles tun?

Viel Reisen, die Welt sehen. Und nie aufhören, Neues zu lernen!

Was möchtest du niemals geschenkt bekommen?

Etwas, das mit viel Verantwortung kommt, wie z.B. ein Haustier.

Wie findest du dich selbst?

Klingt es arrogant, wenn ich sage, ich bin ganz zufrieden mit mir? Ich mache das, was mir Spaß macht, bin umgeben von Menschen, die mich inspirieren und ich weiß, was mich glücklich macht. Ich denke, da kann man ganz zufrieden sein.
Ich versuche aber immer, ein besserer Mensch zu werden. Das ist für mich sowas wie der Sinn des Lebens, zu versuchen, die Welt besser zu verlassen, als man sie vorgefunden hat. Zumindest im eigenen Mikrokosmos sollte man daran arbeiten.

Woran arbeitest du gerade privat oder/und beruflich?

Privat habe ich zwei aufgeweckte Kinder und eine liebe Partnerin, ich würde es nicht als Arbeit bezeichnen, aber das nimmt viel meiner Zeit ein. Das ist auch gut so!
Beruflich leite ich mit einem meiner besten Freunde die Online Marketing Agentur Pulpmedia in Linz. Ich habe einen vielseitigen Arbeitsalltag und immer wieder spannende Herausforderungen.

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Angenommen es gäbe so etwas, wie ein höheres Wesen, das diese Welt erschaffen hat: was möchtest du es fragen?

Was ist die Frage zu „42“? Nein, ich weiß wirklich nicht, was ich fragen würde. Ich habe keine große philosophische Frage, die mich ständig beschäftigt.

Wenn du einen Tag lang Österreich nach deinen Vorstellungen regieren könntest, was würdest du tun?

Also als erstes würde ich mal die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare freigeben. Das ist wirklich lächerlich und peinlich, dass wir da noch diskutieren müssen, da haben wir echt wichtige Themen, mit denen wir uns beschäftigen müssen.
An einem Tag könnte man keine Bildungsreform umsetzen, aber vielleicht könnte ich ein Blitzgesetz durchbringen, das die Einführung einer zeitgemäßen Schulbildung vorschreibt.

Welche Helden haben dein Leben geprägt?

Das mag etwas seltsam klingen, aber ich hab in meiner Jugend die Filme von Quentin Tarantino immer wieder geschaut. Das und die Alternative Musik der 90er (Smashing Pumpkins, Nirvana, etc.) hatte damals sicher Einfluss auf das Umfeld, in das ich mich begab (oder hat das Umfeld meinen Film- und Musikgeschmack beeinflusst?) Die würde ich aber als Helden meiner Jugend bezeichnen.
Danach kam eine eher heldenlose Phase. Zumindest gab es keine nennenswerten, herausragenden Helden. Ich wollte die Welt sehen und mein Leben selbst bestimmen. Dabei hatte ich vielleicht unbewusst große Helden ausgeblendet, die mir da was „vorschreiben“ hätten können.
In den frühen Jahren meiner Selbstständigkeit ist sicher Steve Jobs zu nennen, auch wenn der persönlich ein ziemliches Arschloch gewesen sein muss. Sein Ansatz, die Dinge so zu vereinfachen, dass sie jeder versteht, hat aber sicher auch meine kreative Arbeit geprägt.
In der jüngsten Vergangenheit nimmt der Entrepreneur Gary Vaynerchuck immer mehr die Rolle eines Helden in meinem Leben ein. Ich finde seine Art erfrischend, seine Talks inspirierend und ich denke auch, dass er authentisch ist.
Wie sehr diese Menschen aber mein Leben geprägt haben, lässt sich schwer sagen. Ich denke man ist irgendwie sowas wie die Summe der Menschen, die man in seinem Leben trifft. Ob dieses Treffen physisch stattfindet und ob diese Menschen real sind, ist dabei egal. Auch eine Romanfigur kann Einfluss auf die Persönlichkeit haben.