HANNAH KORDES: „Ich liebe es Räume zu schaffen“

Was war dein größter Traum, als du noch ein Kind warst?

Nie einen Führerschein zu brauchen, sondern alles zu Fuß oder mit dem Pferd erreichen zu können.

Was war dein erster Job?

Kellnerin.

Was würdest du niemals im Leben tun?

Meine Zeit in etwas Unsinniges investieren.

Was möchtest du in deinem Leben unbedingt noch alles tun?

Mit dem Rad eine lange Reise machen. Vielleicht ans Mittelmeer?!

Was möchtest du niemals geschenkt bekommen?

Ein Tier. Ich finde es furchtbar, wenn man von anderen ungefragt Geschenke bekommt, die eine Verpflichtung oder langfristige Verantwortung mit sich bringen.

Wie findest du dich selbst?

Das ist ganz unterschiedlich. Meistens versuche ich sanft mit mir und meinem Selbstbild zu sein und mich anzunehmen so wie ich halt grad bin. Das ist auch kein linearer Prozess, habe ich festgestellt. Wenn viel los ist, schaffe ich es manchmal nicht meinen Überzeugungen und Idealen gerecht zu werden. Dann vernachlässige ich entweder mich, oder die Dinge die mich umgeben. Mich selbst nicht zu ernst zu nehmen, hilft mir Selbstzweifel abzuschütteln. Dann muss ich mich wirklich zwingen wieder zu mir selbst zu finden und mich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Einfach mal still zu sitzen und nur zu atmen hilft da oft.

Woran arbeitest du gerade privat oder/und beruflich?

Ich liebe es Räume zu schaffen, wo Menschen sich treffen und austauschen können. Als ausgebildete Architektin ist das nicht nur ein beruflicher Auftrag den ich verspüre. Vielmehr geht es mir darum auch nicht gebaute Räume, also eher den öffentlichen Zwischenraum wieder für uns als Gesellschaft zu aktivieren. Momentan entwickle ich mit anderen Motivierten eine mobile Plattform für Begegnung und Wissensaustausch. Den Raumwagen. Er ist ein mobiles Werkzeug um Menschen und Räume wieder zu aktivieren miteinander in einen kreativen, produktiven Austausch zu kommen. Durch diesen multifunktionalen Anhänger sind wir in der Lage von Ort zu Ort zu reisen und interessante Projekte/ Initiativen und Menschen zu verstärken. Vor allem das Thema stadtnahe, regionale Produktion von Lebensmitteln im Lernort Garten beschäftigt mich.

Das Projekt: Raumwagen.info

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Angenommen es gäbe so etwas, wie ein höheres Wesen, das diese Welt erschaffen hat: was möchtest du es fragen?

Wie schafft man es als Initiator loszulassen und den Dingen ihren Lauf zu gewähren und sich nicht ständig für alles verantwortlich zu fühlen?

Wenn du einen Tag lang Österreich nach deinen Vorstellungen regieren könntest, was würdest du tun?

Räume langfristig sichern für Kunst und Bildung. Eine Kultur-Schutz-Zone einrichten. In angemessene Bildung investieren und Soziokultur-Förderungen erhöhen.

Welche Helden haben dein Leben geprägt?

Hannah Arendt und ihre Art zu denken. Rosa Luxenburg und ihre Art zu handeln. Joseph Beuys und seine Sichtweise auf die Menschen. Meine Mutter und ihre Kunst zu (über)leben.