„Irgendwann kommst du drauf, dass keiner perfekt ist“

Geht nicht, gibt es nicht. Zumindest im Leben von Christian Troger. Der 31-jährige Kärntner wurde ohne linkes Bein und ohne linke Hüftpfanne geboren, was er selbst jedoch niemals als Beeinträchtigung gesehen hat. Die Ärzte glaubten nicht daran, dass er jemals gehen wird können, doch er bewies schon damals, dass er mit seiner Willenskraft so ziemlich alles erreichen kann und lieferte den Gegenbeweis. In seiner Jugend entwickelte er sich zum Kettenraucher und Lebemensch, der keine Party ausließ, doch dann änderte er plötzlich sein ganzes Leben und meisterte 2011 als erster Mann mit Beinprothese den Ironman Austria – 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen. Und das war erst der Anfang.

Sein Leben hat er nun in einem Buch mit dem Titel „Geht nicht – läuft!: Mein Triathlon ins Leben – ein autobiografischer Ratgeber“ zusammengefasst, in dem es vor allem auch um Ziele geht.  

Christian, du hast ja ein besonderes Handicap?

Ja ich bin ohne linkes Bein und ohne linke Gelenkspfanne geboren worden. Andere nennen es Handicap, ich persönlich sehe das nicht so. Ich sag immer, und das klingt jetzt vielleicht brutal, aber wenn ich morgen in der Früh munter werde, mit einem zweiten Fuß, dann wäre ich behindert, denn dann wüsste ich nicht, was ich mit dem zweiten Fuß anfangen soll.

Wie bist du – beziehungsweise wie sind deine Eltern – damit umgegangen?

Für meine Eltern, und wohl speziell für meine Mama, war es schwieriger als für mich, weil ich als Kind selbst noch nichts mitbekommen habe und es für mich dann ganz normal war. Meiner Mutter ist nach der Geburt gesagt worden: „… der Bub wird nie gehen können. Irgendwann kann man vielleicht einmal etwas machen, dass er aufstehen kann, aber gehen wird er wohl nie können.“ Das Schöne ist, dass das meine Mutter so nie akzeptiert hat, sondern mit mir rumgefahren ist und geschaut hat, wo es die beste Betreuung gibt. Diese haben wir dann in Heidelberg in Deutschland gefunden. Ich habe dann mit genau einem Jahr meine erste Prothese bekommen und mit 14 Monaten habe ich meine ersten Schritte allein machen können. Also hat es doch irgendwie geklappt (lacht).

Wie war die Schulzeit für dich? Wurdest du gemobbt?

Ich hatte eine wunderschöne Kindheit. In der Schule bin ich vom ersten Tag an vom Turnunterricht befreit worden, mir wurde jedoch freigestellt daran teilzunehmen, wenn ich es möchte. Und ich habe auch keine einzige Stunde versäumt und immer mitgemacht. Gemobbt wurde ich nicht und ich hatte nie Probleme mit anderen Mitschülern. In manchen Bereichen konnte ich beim Sport mithalten, in anderen eben nicht so gut. Etwa wenn man einen 100-Meter-Lauf hernimmt, da war ich natürlich nicht so schnell wie die anderen. Ich war aber auch nie der Langsamste, das ist total witzig, ich war immer so in der Mitte drin.

Irgendwann kommst du drauf, dass irgendwie keiner perfekt ist

Und in deiner Jugend? War das für dich z.B. vom optischen Aspekt her irgendwann einmal ein Problem? Etwa in Bezug auf Frauen kennenlernen?

Da muss ich überlegen. Hm, natürlich gibt es gewisse Schönheitsideale und du siehst auf Plakaten die perfekten Menschen, doch irgendwann kommst du drauf, dass irgendwie keiner perfekt ist. Der eine ist klein, der andere ist groß, der eine ist dick, der andere dünn und mir fehlt halt ein Fuß. Also natürlich dachte ich mir in der Pubertät schon einmal: „Wieso habe gerade ich nur einen Fuß?“ In Wahrheit kommt man dann jedoch drauf, dass es eben nur ein Fuß ist. In Afrika verhungern die Kinder und dir fehlt ein Fuß, doch wegen dem rumjammern das ist eine Geschichte, die nichts bringt.

Christian Troger in drei Worten?

(lacht und bittet um kurze Nachdenkpause) Stur, ausdauernd und zielstrebig.

Du hast aber auch eine relativ wilde Zeit hinter dir.

Irgendwann in der Pubertät und der Jugend kommt man mit Sachen in Berührung, die verboten sind. Mit vierzehn/fünfzehn da probiert man irgendwann die erste Zigarette, oder das erste Bier, obwohl man es nicht darf und das ist ja gerade deshalb interessant. Ich war da nicht anders und habe das halt auch probiert. Später in der Jugend ist aus dem ab und zu mal eine Zigarette rauchen immer mehr geworden und als junger Erwachsener sind aus den immer mehr viel zu viele geworden, mit über zwei Packerln am Tag. Ich bin damals aus der Schule raus, war beim Land tätig und bin dann dort weggegangen, weil ich irgendwie nicht die Erfüllung fand. Danach war ich im Direktvertrieb tätig. Bei dem Job hatte ich hauptsächlich Abendtermine. Das war damals eine tolle Geschichte, wenn man die Nächte nur mit Party verbringt und am nächsten Morgen ausschlafen kann. Das ist dann irgendwie ein Kreislauf geworden. Ich war mindestens drei Mal die Woche auf einer Party oder in irgendwelchen Gasthäusern, bis vier oder fünf in der Früh. Da ist halt auch der Alkohol in Strömen geflossen, ganz klar. Ich würde nicht sagen, dass ich Alkoholiker war – und ich trinke auch heute ab und zu mal gerne ein kleines Bier oder vor allem ein Achterl Wein. Ich glaube, ich habe damals nicht das Problem mit dem Alkohol gehabt, sondern viel mehr ein Problem mit mir selber. Ich habe einfach keine Ziele in meinem Leben gehabt. Ich bin in der Früh aufgestanden und habe mir gedacht: „Ach den Tag werden wir schon irgendwie drüber biegen.“ Und ich bin am Abend schlafen gegangen mit dem Gedanken: „Eigentlich wäre es egal gewesen, wenn ich heute liegen geblieben wäre, denn getan habe ich den ganzen Tag nichts.“

Und wie kam dann der Umschwung?

Das war 2005. Da habe ich das erste Mal mehr oder weniger durch Zufall beim Ironman zugesehen, weil ein Freund meinte, da müssen wir hin. Ich kannte den Ironman als Sportwettkampf, wusste jedoch gar nicht worum es dabei eigentlich geht. Mein Freund meinte: „Ja das ist schon ein Sportwettkampf, aber am Abend gibt es eine lässige Party und lässige Mädels.“ Und ich hab nur Party gehört und meinte: „Passt, dann müssen wir da hin“ (lacht). Als wir vor Ort gewesen sind, habe ich gemerkt, dass es in erster Linie nicht um die Party geht, sondern dass es der härteste Ausdauerwettkampf der Welt ist. Ich habe beim Rennen den ganzen Tag fasziniert zugesehen und sogar die Party war schnell vergessen. Ich war total fasziniert und habe mir den ganzen Tag die Athleten angeschaut, wie sie sich abquälen und abkämpfen. Wie sie Schmerzen haben, wie sie sogar weinen vor lauter Schmerzen und das alles tun sie nur aus einem Grund: Weil sie ein Ziel haben, nämlich vor Mitternacht über die Ziellinie zu kommen. Und ich habe das beobachtet, wenn sie dann über diese Ziellinie laufen, wie sich die Tränen des Schmerzes in Freudentränen wandeln. Mich hat das fasziniert. Und irgendwann einmal im Laufe des Tages habe ich dann gesagt: „Ich möchte auch so einen Ironman machen.“

Es hat dann allerdings noch gedauert, bist du tatsächlich so weit warst.

Ja, ich hatte zwar plötzlich einen Traum. Doch in Wahrheit war dann der Ironman vorbei und der Traum war nur im Kopf. Ab Montag habe ich weiter geraucht und war weiter auf meinen Partys. Das Ganze ist dann noch drei Jahre so gegangen bis ich 2008 nochmals beim Ironman zuschauen war und zufällig ein paar Tage später einen Arzttermin für eine Gesundenuntersuchung hatte. Nach dieser teilte mir der Arzt mit: „Christian du solltest dringend dein Leben umstellen. Rauche weniger, trinke weniger, ernähre dich gesünder und was ich dir dringend empfehle, wie auch all meinen anderen Patienten, mach ein bisschen moderaten Ausdauersport.“ Da habe ich dann eingehakt und gefragt, was er mir raten würde. Darauf meinte er: „Für dich mit deinem Fuß empfehle ich ein bisschen Radfahren und Schwimmen.“ Und nachdem ich eben ein paar Tage vorher beim Ironman zusehen war, habe ich ohne nachzudenken gesagt: „Herr Doktor, klingt interessant. Jetzt nehmen wir noch Laufen dazu und dann könnte ich irgendwann einen Ironman machen.“ Das war wohl allerdings nicht, was er sich unter moderatem Ausdauersport vorgestellt hat. Er sagte klipp und klar: „Ein Ironman ist für dich medizinisch unmöglich. Übers Schwimmen können wir reden, wenn du dein Leben total umstellst, können wir über das Rad fahren auch noch reden, aber mit einem Fuß und ohne Hüftpfanne einen Marathon zu laufen, das ist einfach nicht möglich.“ Ich hatte zwar ein relativ wildes Leben, wenn ich eines jedoch nicht akzeptierte, dann wenn mir jemand sagte etwas sei unmöglich. Ich ging an diesem Tag nach Hause und nahm mir vor, im Jahr 2011 bei einem Ironman zu starten und ins Ziel zu kommen. Ich hatte zu der Zeit keinen Plan vom Triathlon, doch ich dachte mir, wenn ich jetzt mein Leben umstelle und drei Jahre trainiere, dann wird das schon irgendwie gehen.

 

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Wie waren dann deine ersten Schritte dorthin? Wie hast zu trainieren begonnen?

Ich habe in meinem Freundeskreis einen guten Triathleten mit dem ich zuerst darüber geredet habe, der anfangs jedoch sehr skeptisch gewesen ist. Dann nahm ich mir Etappenziele vor, über denen ein großes Ziel stand, denn nur an diesem einen großen Ziel allein wäre ich wahrscheinlich zerbrochen. Mein erstes Etappenziel war das Schwimmen lernen, denn für den Ironman hätte es nicht gereicht. Zweites Etappenziel war dann von mir zuhause in Seeboden am Stück nach Millstatt zu rennen und wieder retour, das sind genau sechs Kilometer. Dabei habe ich gemerkt, dass es mit dem Marathon laufen doch nicht so einfach werden wird. Nach einiger Zeit habe ich es jedoch geschafft und dann in Etappenzielen weiter geplant. Es kamen dann der erste Laufwettkampf, der erste Triathlon, der erste Halb-Ironman, ein Radmarathon und schließlich der Ironman.

Du nimmst ja mit deiner Behinderung an den „normalen“ Wettbewerben teil. Gab es da für dich auch Schwierigkeiten, wie etwa, dass dir die Anmeldung verweigert wurde?

Nein überhaupt nie. Ich wollte nie Behindertensport machen. Nach dem ersten Ironman sind zwar ein paar Leute auf mich aufmerksam geworden, die meinten ich solle international starten. Natürlich habe ich dann die Chance gesehen, denn ich weiß, dass ich bei nicht behinderten Athleten nicht Weltmeister werden kann und bin kurzzeitig bei einigen Behindertenwettbewerben gestartet, bei denen ich auch einige Erfolge feiern durfte. 90 Prozent meiner Wettkämpfe sind jedoch jene wo nicht Behinderte starten.

Wie stehst du zur Bezeichnung „Behinderter“ oder „mit Behinderung“?

Also ich sehe das nicht so eng, denn irgendwas muss man ja sagen. Zudem empfinde ich mich selbst nicht als behindert. Ja, ich habe ein Handicap. Das ist so, auch wenn ich es selber nicht so sehe, aber irgendwie muss man es denn Leuten eben erklären, damit habe ich überhaupt kein Problem.

Wie lange hast du für deinen ersten Ironman trainiert?

Ziemlich genau drei Jahre.

Und du bist als erster Sportler mit nur einem Bein bei einem Ironman über die Ziellinie gerannt?

Als erster in Klagenfurt und als erster Mann weltweit. Allerdings gibt es eine Frau, die es bei einem Ironman in Amerika bereits vor mit geschafft hat.

Weißt du noch deine Zeit vom ersten Ironman?

(Er schmunzelt und blättert kurz in seinem Buch nach.) Ja das waren 16 Stunden 33 Minuten in etwa. Ich habe mir eigentlich eine viel bessere Zeit vorgenommen und war im ersten Moment auch total enttäuscht, doch es ist beim Rennen leider einiges schief gegangen. Ich dachte mir sechzehneinhalb Stunden, das kann jeder – habe dann jedoch gemerkt, dass es total egal ist, denn ich habe mein Ziel erreicht.

Warst du noch bei anderen Ironman Wettkämpfen dabei?

Ja 2013, da habe ich den Ironman in etwas über 14 Stunden gemacht, leider auch mit einer Radpanne. Und als nächstes ist das Ziel noch heuer beim Ironman in Florida erstmals unter 12 Stunden den Wettkampf zu schaffen.

Wie hält der menschliche Körper eigentlich eine solch enorme Belastung aus?

Ich denke, dass grundsätzlich das Training viel ausmacht. Der Wettkampf ist für den Körper eine Katastrophe, das ist klar (lacht). Vor einigen Wochen machte ich wieder eine internationale Langdistanz mit 4 Kilometer Schwimmen, 120 Kilometer Radfahren und 30 Kilometer Laufen. Und da fragt man sich selbst schon auch am Rad: „Wie soll ich jetzt noch 30 Kilometer Laufen?“ Doch du schaffst es irgendwie und fängst einfach an, du musst ja quasi. Auch im Leben ist es oft so denke ich. Viele Leute fragen sich: „Wie soll das gehen?“ und fangen erst gar nicht mit etwas an. Doch wenn man etwas beginnt, dann schafft man das. So wie eben im Vergleich zum Rennen, zuerst den ersten Kilometer, dann den zweiten Kilometer und so geht es voran.

Das heißt, der Weg ist das Ziel?

Ja, ganz sicher, denn wenn ich erst gar nicht damit anfange, dann werde ich es sicher nicht schaffen.

Gibt es bei dir auch Motivationstiefs?

Klar, die gibt es. Ich habe auch nicht jeden Tag Lust zu trainieren, doch genau da helfen mir meine Ziele, denn wenn ich große Ziele habe weiß ich, dass ich was tun muss dafür und das motiviert mich wieder.

Ziele zu haben ist also besonders wichtig im Leben?

Ja, ich denke Ziele sind das Wichtigste überhaupt.

Man ist nicht nur erfolgreicher, wenn man Ziele hat, sondern lebt auch ein glücklicheres und erfüllteres Leben und darum geht es eigentlich.

Wie findet man seine Ziele? Hast du einen Tipp?

Ich glaube, dass jeder Mensch Träume hat, in Form von Wünschen. Ich denke aber auch, dass viele nur als „Träumer“ durch die Welt laufen und sagen „dies und jenes hätte ich gerne“, doch das sind noch keine Ziele, denn die wenigsten wissen konkret was sie wann und wie erreichen wollen. Deshalb sollte man ganz bewusst in sich hinein hören welche Wünsche man hat und daraus kann man dann konkrete Ziele definieren. Man ist nicht nur erfolgreicher, wenn man Ziele hat, sondern lebt auch ein glücklicheres und erfüllteres Leben und darum geht es eigentlich. Schon allein weil du weißt, warum du in der Früh aufstehst und mit dem Gefühl am Abend schlafen gehst: „Jawohl, heute habe ich etwas getan.“

Wie intensiv trainierst du?

Im Schnitt trainiere ich 20 bis 25 Stunden pro Woche. Der Hauptpunkt ist Radfahren. Dann Laufen und Schwimmen, zusätzlich Ausgleichs- und Kraftübungen sowie Stabilisationsübungen.

Wie ist das mit deiner Beziehung, da muss die Freundin wahrscheinlich auch viel Verständnis haben?

Sie fährt zu den Wettkämpfen mit, wann immer es möglich ist. Aber natürlich muss sie oft auch zurück stecken. Doch sie hat ihren Job und ich meinen und mein Job ist eben der Sport und so geht sie in der Früh aus dem Haus zur Arbeit und ich gehe trainieren.

Das heißt du lebst mittlerweile von deinen sportlichen Erfolgen?

Ja. Nebenbei mache ich Motivationsvorträge für Firmen und jetzt kommt durch das Buch ein bisschen rein.

Foto: Christian Brenner

Foto: Christian Brenner

Wie kam es dazu, dass du dich entschieden hast ein Buch zu schreiben?

Mir haben immer wieder Leute gesagt ich soll meine Geschichte in ein Buch verfassen. Doch ich meinte zuerst immer darauf: „Ich habe in meinem Leben noch keine zehn Bücher gelesen, wie soll ich also ein Buch schreiben?“ Mir wurde dann empfohlen einen Ghostwriter zu nehmen, doch dafür war ich mir zu stolz, denn wenn ich schon ein Buch schreibe wollte ich, dass es von mir kommt was drinnen steht. Vergangenes Jahr war dann nach meinem letzten Rennen irgendwie die Luft bei mir herausen und ich wollte vorerst einmal nichts mehr mit Sport zu tun haben. Die Einstellung hat dann zwar nur kurze Zeit gedauert und ich wollte unbedingt wieder sporteln, doch in der Zeit habe ich mich dann einfach hingesetzt und zu schreiben begonnen. Der erste Entwurf des Buches war in nicht einmal einem Monat fertig. Diesen habe ich ein paar Leuten zum Lesen gegeben und mit deren Feedback noch fünf- bis sechsmal überarbeitet.

Wie holst du dich selbst aus Motivationstiefs wieder raus? Welche Tipps hast du vielleicht für andere wenn sie einen Durchhänger haben?

Durchhänger sind ganz normal, auch Niederlagen sind ganz normal. Und ich will jetzt nicht wie ein Motivationsguru klingen, denn das bin ich nicht, doch ich breche halt alles auf meine Ziele herunter, denn wenn du Ziele hast ist das Leben einfach lebenswert, weil wenn du Ziele hast weißt du auch wofür du das alles tust. Und ich habe für mich die beiden Vergleiche: ich bin 25 Jahre völlig planlos und ohne Ziele durch die Gegend gerannt und wenn ich jetzt sage das Leben hat keinen Sinn gehabt, dann klingt das brutal, doch ich habe damals nicht gewusst wofür ich in der Früh überhaupt aufstehe. Dann habe ich plötzlich ein Ziel gehabt. Ich habe gemerkt, dass ich dadurch einfach viel glücklicher und zufriedener lebe.

Was entgegnest du Menschen, die prinzipiell stets ein Argument haben, wieso etwas nicht funktioniert bzw. nicht funktionieren kann?

Tja, Menschen finden leider oft Millionen Gründe dagegen, anstatt sich auch nur eine Sekunde zu überlegen, warum etwas doch gehen sollte. Ich frage sie dann immer, ob es denn möglich sein könnte, dass das vielleicht schon einmal jemand vor ihnen geschafft hat. Und fast immer bekomme ich die Antwort: „Ja sicher.“ Und dann frage ich warum die Person glaubt, dass gerade sie es nicht schaffen sollte.

Ein Held ist für mich prinzipiell jeder, der persönliche Ziele hat, egal wie groß sie sind.

Was macht für dich einen Helden aus.

Ein Held ist für mich prinzipiell jeder, der persönliche Ziele hat, egal wie groß sie sind, auch wenn sie für andere vielleicht als Kleinigkeiten erscheinen, denn ich kann es ja nicht beurteilen wie wichtig dieses Ziel für jemand anderen ist. Für mich scheint es vielleicht als Kleinigkeit, doch für dich kann es das Größte überhaupt sein. Helden sind jene, die in der Früh aufstehen und jeden Tag für ihre Ziele arbeiten, unabhängig davon, ob sie diese Ziele irgendwann erreichen. Es laufen also ziemlich viele Helden auf dieser Welt herum.

Würdest du dich selbst als Held bezeichnen?

Hm, ich würde mich selbst ungern als Held bezeichnen. Wie gesagt: Ich habe Ziele und versuch diese zu erreichen und versuch die Botschaft weiter zu geben, dass im Leben alles möglich ist. Wenn ich in weiterer Folge durch mein Tun auch nur einen anderen Menschen erreiche, der sagt: „Du hast mich motiviert, du hast mich bewegt, du hast es geschafft, dass ich mein Leben ändere“, dann ist das mehr wert als jede Auszeichnung oder Medaille. Das war unter anderem auch die Motivation doch mein Buch zu schreiben.